Friseur-Lehrling beim Haare schneiden

Nachwuchssorgen im Friseurhandwerk

Bitte lass bald Friseur-Lehrlinge regnen!

Die Entwicklungen bei der Ausbildung im Friseurhandwerk lassen immer noch keine große Freude ausbrechen. Ganz im Gegenteil. Immer noch übersteigt die Anzahl der angebotenen Friseur-Lehrstellen und damit der Bedarf an Friseurnachwuchs, die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge.

Schere wird sich weiter öffnen

Dieses Ungleichgewicht zwischen Bedarf und Angebot wird sich auch in Zukunft nicht ändern, sondern eher noch verschärfen. Diese Situation ist natürlich zum einen Teil dem demografischen Wandel geschuldet. Denn das gesamte Handwerk, nicht nur die Friseure, konkurrieren um die immer weniger werdenden Schulabgänger. Aber ist das wirklich schon die ganze Misere?

Imageschaden

Ein Großteil des Problems erzeugt der immer noch schlechte Ruf des Friseurberufs. Und das, obwohl wir alles wissen: das hat er doch gar nicht verdient! Bei einer Umfrage des BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung) bei Jugendlichen schnitt der Friseurberuf mit am schlechtesten ab. Sie waren der Meinung, dass die Friseurausbildung ihnen in ihrem sozialen Umfeld eine schlechtes Image verpasst. Das Bild der “dummen Frisöse” scheint sich hartnäckig zu halten.

Mangelnde Qualifikation der Bewerber

Dank dieser verzerrten Wahrnehmung der Friseur-Lehre fehlt der Friseurbranche sowohl der Nachwuchs als auch die Qualifikation der Bewerber auf die Ausbildungsplätze. Heute heißt es nicht mehr “wer nichts wird, wird Wirt”, sondern offenbar “wer nichts wird, wird Friseur/in”. Die Friseurausbildung wird häufug als letzter Ausweg von den vermeintlich Ausweglosen gesehen. Wer natürlich nur “Ausweg” denkt und nicht “Weg in den schönsten Beruf der Welt”, dem fällt auch die Lehre nicht leicht. Der Abbruch der Ausbildung ist förmlich vorprogrammiert und der Friseursalon muss erneut mühsam suchen.

Chance für motivierte Friseur-Lehrlinge

Der Nachwuchsmangel ist für den Friseursalon und für die Branche schlecht, aber der Friseur-Nachwuchs kann davon profitieren. Für junge Friseurinnen und Friseure, die talentiert und vor allem motiviert sind, steigen jetzt die Karrierechancen. Azubis werden in den Salons aktiver gefördert und auch gefordert. Das bedeutet mehr Kundenkontakt und mehr Übung. So kommen die fleißigen Friseur-Lehrlinge zu mehr gehaltsaufbessernden Trinkgeldern und Übung macht bekanntlich den Meister.

Vielfältige Initiativen der Branche

Sowohl Friseurinnungen, der Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks und auch zahlreiche Friseurmarken haben Aktionen und Kampagnen gestartet, die aktiv dem negativen Friseur-Image entgegen arbeiten sollen. L’Oréal hat gemeinsam mit dem Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks die Kampagne “My Beauty Career” ins Leben gerufen, um die vielen Facetten des Berufs darzustellen und den Friseurberuf wieder attraktiv zu machen. Eine weitere große Ausbildungsinitiative von Wella ist “Du machst den Style”. Hier gibt es Ideen und Materialien rund um die Ausbildungsplatzsuche.

Alle müssen an einem Strang ziehen

Für die Zukunft der Friseurbranche, das Berufsbild Friseur und für motivierten sowie qualifizierten Nachwuchs müssen Verbände, Unternehmen und natürlich die Friseursalons alle zusammenarbeiten. Ein Schlüssel zur Lösung des gesamten Problems ist vor allem Qualität. Wer das Beste bietet, kann auch das Beste verlangen. So wird wieder echete Leidenschaft für den Friseurberuf und die Friseurausbildung entfacht. Das kommt auch bei Kunden und Öffentlichkeit an und wird hoffentlich eine positive Welle lostreten.

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Bildquellen: © Voyagerix – photodune.net



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