Himmel und Hölle

Friseur: Traumjob oder Höllenberuf?

An dieser Frage scheiden sich die Friseur-Geister

Unser Beitrag „6 Gründe, den Friseurberuf zu wählen“ ist auf facebook sehr kontrovers diskutiert worden. Ein Teil kann dem Tenor des Artikels, dass Friseur ein toller Beruf mit Zukunftsperspektive ist, in vollen Zügen beipflichten. Der andere Teil widerspricht vehement und führt schlecht bezahlte Arbeit und skrupellose Friseurunternehmen als Argumente dafür an. (Lest hier die komplette Diskussion auf Facebook)

Wir glauben, dass beide Sichtweisen richtig sind und wollen dennoch die beiden Standpunkte nochmals hinterfragen und beleuchten.

Friseur = Traumjob

Sehr viele Friseur-Kolleginnen und -Kollegen teilen die Meinung, dass der Friseurberuf, der schönste Beruf der Welt ist. Sie leben dies jeden Tag im Friseursalon.

Glückliche Menschen

Der reizvollste Aspekt des Friseur-Jobs ist sicherlich für keinen Vollblut-Friseur von der Hand zu weisen. Als Friseurin oder Friseur verbringst Du Deinen Tag damit andere Leute durch Deiner Hände Arbeit zu verändern und glücklich zu machen. Viele kleine Erfolge bereichern täglich Deinen Salonalltag. Von diesem Glück und der Bestätigung für das eigene Tun können andere in ihrem Büroalltag nur träumen.

Kreativität

Viele Menschen, die unzufrieden im Job sind, sprechen davon, dass sie gerne eine kreative Tätigkeit, die sie lieben als Beruf ausüben möchten. Volltreffer: genau das machst Du bereits. Menschen in anderen Berufsgruppen vemissen nämlich im Joballtag auch etwas Positives zu geben und ebenso zurück zu bekommen. Diese Sorgen sind Dir wohl eher fremd.

Karrierechancen

Der Friseurberuf hält engagierten und talentierten Friseurinnen und Friseuren einen attraktiven Karriereweg offen. Sehr gute Kolleginnen und Kollegen verdienen auch sehr gute Gehälter. Natürlich haben sie, um diese zu erreichen, aber auch stets ihr allerbestes und manchmal noch ein bisschen mehr gegeben. Außerdem steht wie in jedem Handwerk nach der Gesellenprüfung der Weg zum Meister und in die Selbständigkeit offen.

Friseur = Höllenberuf

Wir alle wissen, es ist nicht alles Gold, das glänzt. Die negativen Seiten sind auch Gründe, warum die Friseur-Branche mit einem angeschlagenen Image zu kämpfen hat.

Harte Arbeit und schlechte Bezahlung

Jede Friseurin und jeder Friseur weiß, der Tag im Salon ist anstrengend. In der Regel bist Du die ganze Zeit auf Zack und in Bewegung und vor allem viel auf den Beinen. Dazu kommt noch der intensive Kontakt zum Kunden, dem Du immer aufmerksam zuhören musst, gefolgt vom konzentrierten Haare schneiden. Abschalten ist erst nach Feierabend angesagt. Wenn dann dazu die Bezahlung nicht stimmt und am Ende immer noch so viel Monat übrig ist aber leider kein Geld, dann fällt es irgendwann schwer mit der Freude am Friseurberuf und Salonalltag. Glückliche Kunden hin oder her.

Schwarze Schafe unter den Salons

Immer wieder hören wir die Geschichten und Klagen von Kolleginnen und Kollegen, über Friseur-Unternehmen, die Arbeitsbedingungen bieten, die auch durch glücklich Kunden nicht ausgeglichen werden können. Nicht bezahlte Überstunden, oft keine Mittagspause und Weiterbildungen sind zeitliches und finanzielles Privatvergnügen. Wir hoffen, inständig, dass dies nicht der Regelfall ist: solche Zustände sind unzumutbar für die Mitarbeiter, entsprechen nicht dem Arbeitszeitgesetz und sind auf die Lange Sicht absolut kein Erfolgsrezept.

Anspruchsvolle Kunden

Und dann war da noch der Kunde. Dank des angekratzten Image des Friseurberufs hat sich auch in einigen Kundenköpfen ein falsches Bild manifestiert. „Ein bisschen Haare schneiden, kann ja nicht so schwer sein“. Wenn sich zu dieser Wertschätzung Deiner Arbeit auch noch der Anspruch paart, dass es nichts kosten darf, dann nützt auch der vielleicht trotzdem im Anschluss glückliche Kunde nichts mehr. Kommen noch 0€ Trinkgeld als i-Tüpfelchen dazu, ist der Tag schon fast gelaufen.

FAZIT

Dein persönliches Glück als Friseurin oder Friseur steht und fällt mit dem Friseurunternehmen, in dem Du beschäftigt bist. Bereits bei der Wahl Deines Ausbildungsbetriebs solltest Du wählerisch sein und ganz bewusst einen Friseursalon auswählen, der Wert auf die Qualität seiner Dienstleistung und damit auch auf die Qualität und Qualifizierung seines Teams legt.

Wenn Du wirklich handwerklich sehr gut, engagiert und motiviert bist, dann kannst Du den Traumjob Friseur leben. In einem guten Salon wirst Du gut bezahlt, Dein Arbeitgeber wird gemeinsam mit Dir auf Deine fachliche Weiterbildung achten, der Salon hat wertschätzende Kunden und als Mitglied eines teams trägst Du zum Erfolg des Salons bei.

Ganz wichtig ist: vermeide Stillstand! Höre nie auf an Dir zu arbeiten, strebe immer danach besser zu werden. Dann wird Deine Arbeit als Friseur vom Kunden und Deinem Arbeitgeber gleichermaßen geschätzt und Du wirst nicht nur finanziell, das verdienen, was für Deine Top-Leistung angemessen ist.

 Bildquellen: © Ig0rZH – photodune.net



Kommentare zum Beitrag "Friseur: Traumjob oder Höllenberuf?":