Detlef Gehlhaar

10 Fragen an Detlef Gehlhaar

Detlef Gehlhaar ist Inhaber des erfolgreichen Bremer Friseur-Salons “Headhunter”

Bereits seit 1984 ist er in seinem eigenen Betrieb tätig. Zum Thema Mindestlohn im Friseur-Salon machte er zuletzt in der Bremer “Bild”-Ausgabe von sich reden. „Die Kollegen, die nur Mindestlohn zahlen, tun mir leid.” Denn Detlef Gehlhaar zahlt jetzt schon über dem Mindestlohn und ist davon überzeugt, dass dies ein erfolgsversprechendes Konzept ist.

Wie immer an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Herrn Gehlhaar, dass er sich die Zeit für unsere 10 Fragen genommen hat.

  1. Hallo Herr Gehlhaar, bitte stellen Sie sich selbst und Ihren Salon “Headhunter” kurz vor.

DG: Ich bin Detlef Gehlhaar, seit 35 Jahren im Friseurberuf, seit 30 Jahren selbstständig. Ich habe drei Jahre im Kreativen Haus Worpswede gearbeitet, dort habe ich eine neue Art gefunden, mich kreativ unternehmerischen Konzepten anzunähern. Headhunter ist mein aktuelles Spielfeld dafür.

  1. Wieso ist der Mindestlohn für Sie kein Problem?

DG: Weil es nur dann ein Problem wäre, wenn ich einen Mindestumsatz akzeptieren würde. Mein Lieblingszitat ist von Wolf David: „Mindestlohn? Hartz 4 de Luxe“

  1. Was entgegnen Sie Kollegen, die dem Mindestlohn nicht so positiv gegenüberstehen?

DG: Man muss sich bei der Ausrichtung seines Unternehmens an der Zukunft orientieren, nicht an der Gegenwart.

  1. Der Name Detlef Gehlhaar fällt auch immer wieder im Zusammenhang mit der Erfindung des 10-Euro Salons. Wie passt das zusammen?

DG: Ganz einfach, ich habe 1996 den ersten Cut & Go Friseur mit Einheitspreis eröffnet und bin somit der geistige Vater der 10-Euro Salons. 2001, als eine Übersättigung des Marktes abzusehen war, habe ich Headhunter kontinuierlich sanft modifiziert. In den Kommentaren ihres Facebook-Posts habe ich den an mich gerichteten Vorwurf gelesen, ich seie ja für die aktuellen Probleme verantwortlich. Da macht man es sich sehr einfach. Wer glaubt, dass heute ein Konzept aus den 90ern noch genau so funktionieren kann wie vor 18 Jahren, sollte mal seine Stromrechnung aus dieser Zeit lesen und sich fragen, ob er unternehmerisch die richtige Entscheidungen getroffen hat.

  1. Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach der Mindestlohn für den Nachwuchs und die Friseurbranche allgemein?

DG: Der tarifliche Lohn für Friseure beträgt in Westdeutschland zur Zeit 8 € . Der Tarifvertrag billigt es offensichtlich, dass ich einer ungelernten Aushilfe oder einer Putzfrau mehr zahlen muss als jemanden der mit voller Leidenschaft den Beruf des Friseurs gelernt hat. Wie kann man dann erwarten, dass sich jemand für unseren wunderbaren Beruf entscheidet. Idiotisch.

  1. Wie können Sie Ihre Preisgestaltung gegenüber dem Kunden vertreten? Müssen Sie das überhaupt?

DG:  Wir haben täglich bis 22 Uhr geöffnet. Ab 16 Uhr muss ich eine Kundenabwehrabteilung an die Tür stellen. Wir müssen lediglich rechtfertigen, warum Kunden an dem Tag nicht mehr bedient werden können.

  1. Sie loben vor allem Ihr gutes Betriebsklima. Woran messen Sie das?

DG: Unsere Mitarbeiter sind zwischen 8 und 4 Jahren bei Headhunter. Kein Geselle verdient unter 1800 € im Monat. Einige Mitarbeiter haben einen Firmenwagen. Unsere Aushilfen verdienen 8,50 € Std. Unser Team bildet sich ständig weiter. Hierfür haben wir einen der besten Friseure der Welt. Tim Hartley ( der letzte internationale Art Director von Vidal Sassoon ) ist mindestens ein mal im Jahr bei Headhunter und schult unser Team.

  1. Werben Sie auch bei der Mitarbeitersuche mit Ihren guten Gehaltskonditionen?

DG: Geld ist ein Hygienefaktor, das muss stimmen. Attraktiv wird ein Arbeitsplatz durch andere Dinge.

  1. Was ist für Sie und Ihre Mitarbeiter neben dem Geld noch für eine erfolgreiche Zusammenarbeit wichtig und notwendig?

DG: Anerkennung für geleistete Arbeit, ein menschliches Zuhause, gemeinsame geistige Ziele, gemeinsame Erlebnisse.

  1. Wie bewerten Sie Bedeutung von Jobportalen wie Friseur-Job.de für die erfolgreiche Mitarbeitersuche und Salondarstellung?

DG: Junge Menschen lesen nicht die Stellenanzeigen in der Tageszeitung. Jobportale sind eine der Alternativen.

Wir bedanken uns bei Detlef Gehlhaar für dieses Interview. Vielen Dank!

Weitere Infos zu Detlef Gehlhaar findet Ihr hier:

Facebook: www.facebook.com/headhunter.bremen

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