Mindestlohn Friseur - Erhöhung August 2014

Zweite Runde für den Friseur-Mindestlohn

Was bisher geschah und was noch kommen wird

Das Friseurhandwerk geht mit großen, vorbildlichen Schritten in Sachen Mindestlohn voran. Seit November 2013 haben sich der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks und Verdi auf die Einführung des Mindestlohns für Friseure geeinigt. Der Mindestlohn wird stufenweise eingeführt. Gestartet wurde letztes Jahr mit 7,50 Euro (West) und 6,50 Euro (Ost), ab dem 1.8.2104 gibt es sowohl in alten und neuen Bundesländern nochmals 1 Euro mehr pro Stunde. Nächstes Jahr zum 1.August wird der Mindestlohn dann deutschlandweit bei 8,50 Euro liegen. Soweit also die trockenen Fakten. Was bedeutet das aber bereits heute und auch in Zukunft für die Friseure, die Friseur-Salons und die Friseur-Branche?

Mindestlohn – gut oder schlecht?

Am Mindestlohn scheiden sich die Geister. Nicht nur die der Friseure, Saloninhaber, Gewerkschaften und Politiker, denn das Thema Mindestlohn ist insgesamt sehr aktuell in Deutschland. So gibt es den erfolgreichen Bremer Friseur-Salon „Headhunter“. Inhaber Detlef Gehlhaar ist von den meckernden Kollegen, die nur Probleme prophezeien richtig angenervt. Denn er zahlt schon lange über dem Mindestlohn. Für den pragmatischen Friseur ist die Rechnung ganz einfach. Wer seine Mitarbeiter angemessenen entlohnt, hat zufriedene, motivierte und engagierte Mitarbeiter. Das führt zu mehr Kundschaft und somit auch zu steigenden Umsätzen.

Gut für den Friseur-Nachwuchs

Detlef Gehlhaar sieht vor allem noch einen ganz entscheidenden Vorteil in einer guten Bezahlung. Nur mit der Aussicht auf eine gute Bezahlung, ist es möglich den Nachwuchs auch in der Friseurbranche zu halten. Diese Annahme scheint sich auch mit den Auszubildenden Zahlen der aktuellen Ausbildungsjahrgänge im Vergleich mit denen vorangegangener Ausbildungsjahrgänge zu decken. Für viele Fachleute ist der Mindestlohn sogar bitter notwendig zur Rettung der Friseur-Branche. Denn wenn die Friseurin und der Friseur nicht von ihrem Lohn leben können und die Margen der Friseurbetriebe niedrig bleiben, dann gibt es bald keinen Nachwuchs mehr und das Handwerk geht strukturell zugrunde.

Preissteigerungen?

Natürlich ist mit Preiserhöhungen zu rechnen, denn ganz vereinfacht lässt sich feststellen: Keine Billiglöhne = keine Billigpreise. Da stehen Friseur-Salons die sich schon auf die Mindestlöhne vorbereitet haben, sprich die erhöhten Preise schon vorausschauend teilweise angehoben haben und nun keine Preissprünge vornehmen, etwas besser da. Einige Friseurbetriebe sind mit der Taktik „Angriff ist die beste Verteidigung“ nach vorne gegangen. Sie haben ihre Kunden aktiv dafür sensibilisiert, dass sich gerechte, höhere Löhne auch in anständigen Preisen für die Friseur-Dienstleistungen niederschlagen. Hinzukommt das Billigpreise und damit verbundene Billiglöhne, von denen Mitarbeiter nicht leben können, zwangsläufig auf Kosten der sozialen Gemeinschaft gehen.

Beschäftigung

Hauptvorteil des Mindestlohnes, ist nun, neben einer verbesserten Entlohnung, ein möglicher Vergleich der Betriebe, da zumindest hinsichtlich der Löhne nun Gleichheit herrscht. In der Diskussion sind aber nicht nur die Vorteile des Mindestlohns, sondern auch eventuelle Schattenseiten. Ganz Pessimistische fürchten eine Welle von Friseurschließungen. Moderatere Befürchtungen sehen die Kürzung von Mitarbeiterzahlen in den Friseursalons als realistisch an. Wieder andere glauben nicht an die Reduktion von Mitarbeitern, aber an die der Arbeitszeiten. So bekommt eine Friseurin nun vielleicht einen höheren Stundenlohn, aber arbeitet weniger Stunden und steht dann am Ende des Monats auch nicht besser da als vorher. Die Auswirkungen des Mindestlohns auf die angestellten Friseure hängt auch stark davon ab, wie sehr die Kundschaft die gestiegenen Preise mittragen wird.

…Kontrolle ist besser

Wenn der Friseur nun dann am Ende mit gekürzten Stunden und keiner Verbesserung der persönlichen Situation da steht, hat er oder sie also gar nichts vom Mindestlohn. Speziell die jungen Friseure, also der Nachwuchs, ist davon betroffen. Die Flucht in die Schwarzarbeit wird befürchtet. Das Branchenklima für die Billigfriseure ist rau geworden, aber sie werden andere Nischen für sich finden. Es stellt sich aber eben auch die Frage, ob die gekürzten Arbeitszeiten auch eingehalten und dann wirklich nur soviel gearbeitet wird, wie vereinbart. , Es ist offen, ob der Zoll hier ausreichend Kontrollen durchführen kann. Der Bund plant allerdings eine Hotline, bei der Verstöße gemeldet werden können. Ob das ausreicht?

Vermutlich wird sich von allen Vorteilen, Nachteilen, Befürchtungen und Möglichkeiten mehr oder weniger viel bewahrheiten. Besonders da im Sommer 2015 auch alle anderen Branchen mit dem Mindestlohn nachziehen. Wir werden das Thema Mindestlohn weiter verfolgen.

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Bildquellen: © gunnar3000 – photodune.net



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