Friseur-Job goes international

Wie geht eigentlich Friseur-Salon in Thailand?

Eine mehr als großartige Sache beim Reisen ist das Kennenlernen von anderen Kulturen und auch, so wie es denn geht etwas von Land und Leuten mitzubekommen. Soweit auch die Idee der Redaktion von Friseur-Job.de. Kultur, Land und Leute gestaltet sich in Thailand nicht all zu schwierig. Sehr viel Kultur manifestiert sich in den zahlreichen Tempeln in Bangkok oder zum Beispiel auch in Chiang Mai. Walking Markets und Street Food gehört genau so dazu. Was man aber im Urlaub fast nie in Erwägung zieht, sondern in der Regel vorher erledigt, ist der Friseur-Besuch.

Facettenreiche Ausgestaltung in Thailand

Neben der völlig normalen Preisspanne von umgerechnet 1,50€ bis 75€ für einen Haarschnitt ist erstmal alles drin. Mit dem Preis steigt auch die Qualität, der Service und das Ambiente. Ein Großteil der Thailänderinnen und Thailänder geht vermutlich gar nicht zum Friseur, sondern erledigt dies zu Hause mit der Schere am Küchentisch. In Thailand gibt es zwar seit 1995 eine stattlich geregelte duale Ausbildung, ob und wie weit dies auch den Friseur-Beruf einschließt konnten wir nicht mit Sicherheit herausfinden. Es gibt allerdings gerade in der Hauptstadt Bangkok viele Schulen, an denen man sich in den verschiedensten Fertigkeiten ausbilden lassen kann.

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Thai Friseur im Selbstversuch

Eigentlich plante auch die Redaktion vor Abreise noch schnell zum Friseur zu gehen. Aber erstens wurde die Zeit ein wenig knapp und zweitens entstand schnell die Idee, da doch lieber eine mehr oder weniger aufregende Erfahrung in Thailand zu machen.

Allerdings war die Entscheidung für einen Friseur-Salon am Ende nicht ganz so mutig, wie ursprünglich geplant. Nummer sicher und im Urlaub nicht völliges „Kraut und Rüben“ auf dem Kopf sicherstellen.

Wie überall in Thailand wird auch im Friseur-Salon der Service groß geschrieben

Der Plan: einen Friseur-Salon in einer der schickeren Shopping-Malls finden. Gesagt getan. Dazu einmal die komplette „Central World Mall“ inmitten von Bangkok ablaufen und potentielle Friseur-Salons ausfindig machen. Es waren dann am Ende gar nicht so viele wie zunächst angenommen. Aber wer suchet, der findet.

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Es sollte dann ein Salon werden, der zumindest laut Produkt-Display ein Schwarzkopf Professional Salon war. Große Freude beim Personal, dass sich eine „Farang“ (Thai für westlicher Ausländer) für einen Friseur-Besuch bei „To B. Hair Station“ entschlossen hat. Erste Überraschung: Termin nicht notwendig, „einfach morgen um 10:30 Uhr da sein“. Dazu noch ein Kärtchen an die Hand.

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Der eigentliche Friseur-Besuch

Dann war es soweit. Ganz deutsch stand die Redaktion pünktlich um 10:30 Uhr auf der Matte. Jetzt eher Hektik beim Personal. Die emsigen Damen waren scheinbar alle gerade erst in den Salon eingetrudelt oder kamen noch nach und nach herein. Da scheint die Mitarbeiter-Policy ja recht entspannt zu sein. Sehr angenehm. Glücklicherweise war im guten Englisch auch eine Beratung der Friseurin ohne Probleme möglich. Wunsch: der rausgewachsene dunkle Ansatz muss weg, auf keinen Fall soll es heller werden, eher dunkler. Außerdem einmal wieder ein bisschen Schnitt in die Frisur und ein Haarpackung für das ganze Stroh auf dem Kopf kann wohl auch nicht schaden.

Ein paar Überraschungen

Die wichtigen Dinge wie Farbe, Schnitt und Packung besprochen…es kann los gehen. Stuhl wird gerichtet, Umhang angelegt und dann die erste Überraschung. In Thailand bekommt man, so scheint es, einen schicken Schutzvisor aufgeklebt. Sehr amüsant.

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Dann ein weiteres Highlight. Zunächst trägt scheinbar eine Assistentin die Farbe auf. Erst der Ansatz dann die Längen. Soweit nicht ungewöhnlich. Derweil die Friseurin verschwindet und kurze Zeit später akkurat geschminkt zurück kommt. Zeit für die Assistentin sich zu schminken. Mit frischem Makeup widmen sich dann anschließend beide Damen ungefähr 10 Minuten lang mit dem Einmassieren der aufgetragenen Farbe vom Ansatz in die Längen.

Farbe auswaschen

Dann geht es zum Farbe auswaschen auf dem Massagestuhl am Waschbecken. Gekonnt gibt es neben der automatischen und angenehmen Rückenmassage auch eine Kopfmassage beim Schamponieren. Dann kommt eine weitere Annehmlichkeit: zum wieder sehr aufmerksamen Einarbeiten der pflegenden Haarpackung gibt es noch ein bisschen gut duftenden schön warmen Dampf ins Gesicht. Ein Facial war zwar nicht geplant, nehmen wir aber trotzdem mit. Dazu wird man zugedeckt und droht dann fast einzuschlafen. Sehr angenehm.

Express-Schnitt und Stereo-Föhnen

Nachdem auch die Haarpackung ausgespült ist, geht es an den Schnitt. Ja, nur die Spitzen, so dass es wieder nach einer Frisur und einem Schnitt aussieht. Hier stellte sich dann das erste mal die Frage, wie wohl so eine Friseur-Ausbildung in Thailand abläuft. Haare in irgendeiner Art und Weise abteilen? Fehlanzeige 🙂 Im Prinzip wurde einfach rundherum ziemlich gerade ein bisschen geschnitten. Naja, immerhin wieder alles auf einer Länge. Dann ging es ans Föhnen. Das wurde wieder zu zweit erledigt. Jeder eine Seite. Auch ein schöne Erfahrung. Das Ergebnis der Farbe war wirklich sehr schön und auch der geföhnte Schnitt konnte sich trotz der „andersartigen“ Methoden sehen lassen. Sicher beim Friseur des Vertrauens wäre es doch deutlich schöner geworden, aber es das Ergebnis war in keinem Falle katastrophal.

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Ein schönes Service-Erlebnis

Als Fazit kann man in jedem Fall festhalten, dass die Thailänder etwas von gutem Service und aufmerksamer Kundenbetreuung verstehen. Im Gegensatz dazu bleibt jedoch offen und fraglich, ob sich das Handwerkliche mit deutschen Ansprüchen und Standards messen kann. Da ist noch Luft nach oben, möchten wir mal ganz vorsichtig sagen. Mal sehen, was die fachmännische Begutachtung in Deutschland dazu sagt. Dazu dann bald mehr!



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