Azubis finden

Souverän und selbstbewusst im Friseursalon

Hilfe für schüchterne Friseur-Azubis

Anlass zu diesem Beitrag ist ein junges Mädchen, Jamina, dass uns kontaktiert hat. Sie ist furchtbar schüchtern und fragt sich, wie sie dies für die Friseurausbildung überwinden kann. Wir finden schon mal toll, dass sie den Mut hat, sich mit ihrem Problem an uns zu wenden. Sie hat uns noch 5 Fragen beantwortet.

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FJ: Wie alt bist Du?

Jamina: Ich bin 19 Jahre alt.

FJ: Wieso ist Friseurin Dein Traumberuf?

Jamina: Friseurin ist mein Traumberuf, weil ich es unglaublich liebe, Menschen auf ihre ganz eigene Art und Weise hübsch aussehen zu lassen. Im Vergleich zum Beispiel zur Altenpflege: Ältere Menschen können sich vielleicht nicht mehr alleine anziehen oder andere Dinge erledigen. Dafür bekommen sie die Hilfe von den Pflegern und sind unglaublich dankbar dafür. Im Friseurberuf kommt ein Mensch, der sich nicht mehr wohlfühlt oder sich vielleicht nicht mehr allzu hübsch findet in den Friseursalon. Wenn ich dann diesen Menschen alleine durch meine kreative Art und mein Können hübsch aussehen lassen, so dass sie oder er mir ein Lächeln schenkt und selbstbewusst den Laden verlässt, ist das meine ganz eigene Bestätigung dafür, dass ich genau das bewirken möchte.

FJ: Welche Sorgen hast Du für die Friseurausbildung?

Jamina: Meine größtes Problem besteht eigentlich darin, dass ich mir selbst zu viele Gedanken darüber mache, was der Mensch, der vor mir steht, über mich denkt. Ich kann dadurch nicht wirklich aus mir rauskommen. Dieses “offen auf jemanden zugehen” fällt mir sehr schwer. Es macht mir Angst, dadurch eine mögliche Friseurausbildung zu gefährden oder gar keine zu bekommen. Ich habe bis jetzt auch noch keine Lösung für mein Problem gefunden – leider.

FJ: Wer unterstützt Dich für mehr Selbstvertrauen?

Jamina: Ich lebe seit ich 16 Jahre alt bin alleine. Mit der Unterstützung ist es schwierig worunter auch mein Selbstvertrauen leidet. Aber mein Freund unterstützt mich und auch alle meine Freunde, die schon Jahre an meiner Seite stehen und mir immer wieder sagen, wie toll ich das alles mache. Meine Freunde sind sozusagen jetzt schon meine Übungsköpfe und mir somit Mut machen 🙂

FJ: Hast Du bereits eine Lehrstelle gefunden?

Jamina: Es gibt freie Lehrstellen in Läden, die mich reizen und sehr interessieren, aber momentan arbeite ich noch fleißig an den Bewerbungen.

Mit so klaren Vorstellungen sind wir uns sicher, dass es Jamina schafft. Wir wünschen ihr alles gute für ihren Weg in den Friseurberuf und drücken die Daumen für ganz viel Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.

jaminaDu möchtest Jamina kennenlernen?

Du bist Saloninhaber und suchst noch eine Auszubildende zur Friseurin im Raum Landau und Du möchtest Jamina kennenlernen? Dann schreib uns eine email:

Betreff: „Jamina“
An: info@friseur-job.de

Aber wie kann nicht nur Jamina, sondern auch Du mehr Selbsbewusstsein im Friseur-Job und Alltag erlangen? Wir haben Dir einige Tipps, Trick und Wissenswertes zusammengetragen.

Friseurberuf und Selbstbewusstsein gehört zusammen

Friseur Auszubildende am Kunden

Der Friseurberuf ist ganz nah dran am Menschen. Und das beginnt mit dem ersten Tag Deiner Friseur-Ausbildung. Diese Erfahrung, jeden Tag so vielen verschieden Menschen im Friseur-Salon zu begegnen, kann gerade am Anfang Deiner Zeit als Friseur-Lehrling ganz schön gewöhnungsbedürftig und auch verunsichernd sein.

Friseurin oder Friseur sein bedeutet aber eben nicht nur handwerklich tätig zu sein, sondern vor allem tagtäglicher Kontakt zu den Kunden. Deswegen ist auch das Üben von Kundengesprächen ein ganz besonders wichtiger Bestandteil Deiner Ausbildung zur Friseurin oder Friseur. Das richtige Auftreten und die notwendige Selbstsicherheit gegenüber dem Kunden lässt sich jedoch in jedem Fall erlernen. Auch hier gilt das Sprichwort: „Übung macht den Meister.

Nicht zu laut – nicht zu leise

Nervosität und Unsicherheit, ob man die richtigen Worte für die Kundin oder den Kunden findet, überwiegen sicherlich bei den meisten Auszubildenden des Friseurhandwerks. Umgekehrt ist aber ein zu forsches, zu vertrautes oder gar indiskretes Auftreten mehr als fehl am Platze. Die Zauberformel ist selbstbewusst, aber nicht selbstüberschätzt. Die Souveränität und Gelassenheit kommt mit der Zeit ganz ohne Anstrengung von ganz alleine dazu, so dass Du bald gar nicht mehr darüber nachdenken musst, was Du nun zur Kundschaft sagst und wie Du Dich verhältst.

Nicht nur für Deine Ausbildung im Friseursalon, sondern auch für alle anderen Lebenslagen ist es wichtig, dass Du ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeltst. Selbstbewusstsein erhalten und behalten gelingt durch eine gesunde Selbsteinschätzung und das Du Dich regelmäßig hinterfragst und prüfst, ob Deine Einschätzungen Deiner selbst mit denen von Außenstehenden übereinstimmen.

Selbstbewusst durch richtige Selbsteinschätzung

Nur wenn Du Dich also richtig selbsteinschätzen kannst, Dir Deiner Fähigkeiten und Eigenschaften bewusst bist, dann kannst Du auch entsprechend handeln und musst Dich hinter niemandem verstecken. Zu einer guten Selbsteinschätzung kommst Du, wenn Du Dich auch selbst reflektierst. Dabei helfen Dir Fragen wie „Wie reagiere ich auf bestimmte Situationen? Warum reagiere ich so und was steckt hinter meinem Verhalten? Wie verhalte ich mich anderen gegenüber“. Oft neigen wir alle dazu nur die Reaktionen der anderen wahrzunehmen und zu verarbeiten. Versuche Dich besonders in Konfliktsituationen rückwirkend genau zu beobachten.

Deine Selbstwahrnehmung und -reflexion ist nur eine Komponente der Selbsteinschätzung. Damit das Bild komplett wird, ist auch die Fremdwahrnehmung, wie Dich andere Menschen sehen und erleben, wichtig. Konstruktive Kritik von Familie, Freunden und Kollegen, die Dir dadurch weiterhelfen, die Dir helfen Dich zu verbessern, erleichtert es auch Dich selber besser einzuschätzen. Im Zusammenspiel von dem Bild wie Du Dich siehst und wie andere Dich sehen, kannst Du Dich als Person und auch im Job als Friseur-Azubi recht gut positionieren und selbst einschätzen.

Vertraue Dir – im Friseursalon und im Alltag

Ohne Selbstvertrauen wird es Dir sehr sehr schwer fallen selbstbewusst aufzutreten. Wenn Du Dir aber selbst vertraust, Dir etwas zutraust, kannst Du Deinem Gegenüber selbstsicher und auch kompetent gegenüber treten. Präsentiere die Fähigkeiten, die Du hast, auch in der Bedienung der Kunden im Salon und selbst wenn es nur so einfache Dinge sind, wie einen Kaffee in der Wartezeit servieren oder beim Verabschieden in die Jacke helfen. Mach Dir auch an diesen kleinen Dingen klar, was Du bereits gut kannst und sei stolz darauf. Viele kleine Erfolge stärken Dein Selbsvertrauen ungemein. Stecke Dir dazu immer wieder kleine Ziele, die Du schrittweise abarbeiten kannst. Hast Du ein Ziel erreicht, belohne Dich auch dafür. Vielleicht mit einem Besuch in Deinem Lieblings-Eiscafé?

Versuche Dir außerdem zu überlegen, wie Du Deine persönlichen Stärken besser in Deiner Friseurausbildung und im Alltag zeigen kannst. Vielleicht kannst Du im Friseursalon aktiv anbieten eine spezielle Aufgabe zu übernehmen, da sie Dir besonders gut liegt- selbst wenn es Handtücher zusammenlegen ist. Genauso solltest Du einen Plan entwickeln, um Deine Schwächen zu überwinden oder zumindest zu verbessern.

Die folgenden Übungen und Tipps können Dir helfen, Dein Selbstvertrauen zu stärken

Selbsbewusste junge Friseurin schneidet Haare

Freundlich und offen Lächeln

Egal, in welcher Situation eines hilft immer und bewirkt mitunter wahre Wunder: ein Lächeln! Ganz einfach und unglaublich wirkungsvoll. Dein Gegenüber nimmt Dich direkt als freundliche und offene Person wahr und das bereitet schon mal eine positive Stimmung und vereinfacht alles weitere.

Fehler sind ok

Niemand ist fehlerfrei und perfekt. Selbst jemand der nach außen makellos wirkt, hat an anderer Stellen Defizite. Fehler zu haben und zu begehen ist absolut ok und diese gehören zum Leben und auch zum Berufsalltag im Friseursalon dazu. Du wirst bei genauerem betrachten feststellen, auch Deine Kolleginnen und Kollegen sind nicht perfekt.

Sei offen für Neues

Wenn Du etwas nicht gut oder gar nicht kannst, dann sieh dies als Chance etwas Neues zu lernen. Denn die Aussage „Das kann ich nicht“ birgt auch die Botschaft „Das kann ich nicht und traue ich mir nicht zu“. Es ist gut zu erkennen, dass etwas außerhalb Deiner Fähigkeiten liegt. Genauso gilt es zu erkennen, dass Du aber die Möglichkiet hast es zu erlernen. Auch wenn es schwierig erscheint: ausprobieren und dann erst urteilen. Schließlich lernst Du gerade Haare schneiden.

Selbstpositionierung

Mache Dir intensiv Gedanken zu folgenden Fragen:

  • wer bin ich, was macht mich aus?
  • was ist mir wichtig im Alltag und im Job?
  • wo sind meine Grenzen, was finde ich nicht akzeptabel?

Stelle Dich Deinen Schwächen

Du wirst ganz rot und bekommst schwitzige Hände, wenn der Kunde den Salon betritt und Du ihn begrüßen sollst? Da bist Du sicherlich nicht alleine. Hier locker und gelassen zu bleiben kannst Du trainieren. Frage beispielsweise regelmäßig fremde Menschen auf der Straße nach der Uhrzeit. Du wirst dabei feststellen, das erste Mal wird Dir sehr schwer fallen. Das zweite mal schon ein bisschen leichter und bald schon wird es ganz problemlos sein. Diese Sicherheit wird sich auch positiv in Deiner Arbeit im Friseursalon mit Kunden und auch im Team bemerkbar machen.

Stärken erkennen

Nimm Dir Stift und Papier und schreibe einmal auf, was Du bisher erreicht hast- in Deiner Schulausbildung, in der Friseurausbildung, privat, erlernte Fähigkeiten, sportliche Leistungen oder eventuell spielst Du auch ein Instrument. Nicht ist zu unwichtig. Dann notiere zu jedem Punkt dank welcher persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten Du es geschafft hast. Eine weitere Überlegung die Du zu Papier bringen kannst: wofür loben Dich andere, sprich was kannst Du in den Auge Außenstehender besonders gut.

Behandle Dich selbst wie einen Freund

Sie gut zu Dir selbst. Sei nett zu Dir. Höre Dir zu und respektiere Deine Bedürfnisse. Behandle Dich genauso freundlich wie Du auch einen anderen lieben Menschen behandeln würdest. Dadurch fühlst Du Dich gut und kannst gestärkter die Herausforderungen der Friseurausbildung meistern.

Denke außerdem immer daran: die Kundin oder Kunde kommt zu Euch in den Friseursalon, weil Ihr und damit auch Du die Expertise habt. Mit seinem Bedürfnis schaut er zu Euch auf und vertraut sich Euren Händen an. Das ist doch eine tolle Sache und auf keinen Fall Grund für Sprachlosigkeit und Unsicherheiten. Also, tief durchatmen, bis 10 zählen und los geht’s!

Jamina wünschen wir alles gute für ihren Weg in den Friseurberuf und drücken die Daumen für ganz viel Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Wir sind sicher, das klappt bestimmt!

Informationen zur Friseur-Ausbildung

Bildquellen: © Wavebreakmedia – photodune.net



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