Gabriele Bürger von L'image mit Trainingsköpfen

10 Fragen an Gabriele Bürger

Gabriele Bürger ist die Geschäftsführerin von L’IMAGE, einer der führenden Anbieter von Friseur-Trainingsköpfen weltweit.

Frau Bürger begann ihre Karriere als Friseurin und legte auch ihre Meisterprüfung im Friseurhandwerk ab. Als Frau vom Fach versteht sie also, welche Anforderungen ihre Kunden an die Trainingsköpfe haben. Das international agierende Unternehmen sitzt im bayerischen Neusäß bei Augsburg.

Herzlichen Dank an Frau Bürger für die Beantwortung unserer 10 Fragen.

Interview mit Gabriele Bürger

1. Hallo Frau Bürger, bitte stellen Sie sich selbst und Ihr Unternehmen kurz vor.

GB: Ich bin am 27. Juli 1958 geboren. 1976 habe ich meine Ausbildung als Friseurin abgeschlossen,1980 meinen Meister absolviert und danach als Berufsschullehrerin gearbeitet. In meiner Elternzeit habe ich dann 1990 das Unternehmen L’IMAGE gegründet und kann inzwischen auf 11 Mitarbeiter und 3 Mio. Euro Umsatz blicken.

2. Was macht das Unternehmen L’IMAGE und die Produkte so besonders?

GB: Zum einen zeichnet uns aus, dass wir ein familiengeführtes Unternehmen sind und entsprechend im Team auf Augenhöhe agieren und damit auch für die Kunden „zum Anfassen“ sind. Die zweite wichtige Säule unseres Unternehmens ist die Qualität unserer Produkte. Die Haare selbst sind sehr hochwertig, bei den Köpfen wird besonders Wert darauf gelegt, dass es nur wenige Haare pro Stich sind, je weniger Haare pro Stich, desto natürlicher wirkt der Kopf.

3. Wie sind Sie vom Friseurberuf zum Vertrieb von Trainingsköpfen gekommen?

GB: Nach meiner erfolgreich abgeschlossenen Meisterprüfung habe ich als Berufsschullehrerin für den Fachbereich Friseure gearbeitet. In dieser Zeit sind meine beiden Kinder Danilo und Adina zur Welt gekommen. In meinem Mutterschutz hat mir mein Mann aus China einen Katalog mitgebracht, in dem auch ein Übungskopf war. Kurzerhand beschloss ich, 500 Stück davon einzukaufen und hier in Deutschland weiter zu verkaufen. Meine ersten Kunden waren meine ehemaligen Kollegen aus der Berufsschule. Das Konzept war erfolgreich und so gewann ich immer mehr Kunden dazu.

4. Wie entsteht eigentlich so ein Echthaar-Trainingskopf?

GB: Das Haar für die Trainingsköpfe kommt aus Indien. Dort opfern Inder ihr oft knielanges Haar im bekannten Tirumala Venkateswara Tempel, um damit den Segen ihrer Gottheit zu erbitten. Nach den Opfergaben wird das Haar aufgesammelt, sortiert und in verschiedene Produktionsstätten weitergeschickt. Das Haar von L’IMAGE wird in mehreren Produktionen in China weiterverarbeitet. Zuerst wird es chemisch veredelt, um es dem europäischen Haar anzugleichen. Dabei wird die äußerste Schuppenschicht der Haare ganz oder teilweise entfernt, damit es dünner wird. Anschließend werden die Haare in verschiedene Farbtöne aufblondiert. Von lichtblond bis dunkelbraun gibt es alle natürlichen Haarfarben von europäischen Haaren.

Die Arbeiter in den chinesischen Produktionsstätten implantieren die behandelten Haare einer bestimmten Länge in den dazugehörigen Kopf. Die Gesichter der Köpfe wurden nach und nach von L’IMAGE entwickelt, unzählige verschiedene Gesichter gibt es inzwischen im Sortiment. Diese Gesichter werden in den chinesischen Produktionen aus PVC gegossen, mit Schaum ausgefüllt und mit Airbrush-Technik Lippen, Augen und leichtes Make-Up aufgesprüht.

5. Heute vertreiben Sie jedes Jahr rund 150.000 Übungsköpfe für die Friseur-Aus- und Weiterbildung weltweit. Was waren für Sie die großen Meilensteine in der Unternehmensgeschichte?

GB: Unsere erste Millionen Umsatz war definitiv ein große Highlight für uns, denn darauf haben wir ewig hingearbeitet. Kurz vor unserer ersten Million wurde die DM auf den Euro umgestellt, was den Umsatz natürlich schlagartig halbierte :-). Ein weiteres Highlight war das 25-jährige Firmenjubiläum im letzten Jahr. Bei der Gründung hatte keiner damit gerechnet, dass wir einmal ein Vierteljahrhundert feiern würden.

6. L’IMAGE liegt die Friseurausbildung “naturgemäß” am Herzen. Worauf sollten Friseure bei der Ausbildung des Friseur-Nachwuchses Ihrer Meinung nach besonders achten und Wert legen?

GB: Wir verkaufen Trainingsmedien, da ist es natürlich auch sehr wichtig, die Kunden zu fördern und zu fordern. Wir haben ein umfangreiches Paket an Know-How und mit Informationen entwickelt, die die Arbeit mit den Trainingsköpfen erleichtert. Uns ist es wichtig, dass der Friseurberuf wieder ein gutes Image erlangt, dazu gehört es, sein Handwerk zu beherrschen und über ein umfangreiches Wissen zu verfügen. Das geben wir unseren Kunden gerne zu ihrem Übungskopf mit.

7. Sie beliefern Kunden aus der ganzen Welt mit Ihren Trainingsköpfen. Sie haben so auch Einblicke in den Friseurmarkt anderer Länder. Steht die deutsche Friseurbranche mit ihren Problemen “Image, Nachwuchs, Mitarbeiter” alleine? Können Sie Gründe dafür ausmachen?

GB: Die Probleme in der Friseurbranche gibt es nicht nur in Deutschland, jedoch steht die Branche hierzulande am schlechtesten da. Aktuell ist die Wirtschaftslage in Europa allgemein eher schlecht. Jedoch haben Beauty und Schönheit in anderen Ländern einen viel höheren Stellenwert als bei uns und damit auch der Friseurberuf. In Japan beispielsweise sind Friseure hoch anerkannt und genießen eine ganz andere Art von Ausbildung.

8. Von den Friseuren welchen Landes können sich die deutschen Friseurinnen und Friseure kreativ und unternehmerisch inspirieren lassen?

GB: Ich denke, Inspiration ist nicht auf ein bestimmtes Land beschränkt – denn Inspiration gibt es für mich überall. Dafür braucht man nicht ins Ausland schauen. Es reicht bereits, sich mit den Medien auseinanderzusetzen, die über die Friseurbranche berichten, Wettbewerbe, Meisterschaften und vor allem die Messen in Deutschland zu besuchen. Hier gibt es immer wieder neue Trends zu sehen, die Shows sind wahnsinnig inspirierend und die Artisten bringen immer neue Kreationen auf den Laufsteg.

9. Ihre drei Top-Tipps für Friseur-Azubis?

GB: Man sollte nie aufhören, zu lernen, denn Stillstand ist Rückschritt. Gerade in der schnelllebigen Modebranche ist es wichtig, neue Farben, Schnitte, Techniken und Produkte zu kennen und anwenden zu können. Außerdem sollte eine Friseurin oder Friseur Leidenschaft für den Beruf entwickeln und auch über den Tellerrand schauen. Was tut sich in anderen Ländern oder in anderen Bereichen der Beautybranche?

10. Sie blicken bereits auf über 25 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. Worauf dürfen wir bei L’IMAGE in Zukunft gespannt sein?

GB: Ein großes Projekt ist der Relaunch unserer Website und unseres Online-Shops. Hier wird es viele neue und nützliche Informationen rund um Trainingsköpfe geben sowie einen tollen Shop. Ab dem Sommer gibt es eine große Werbekampagne, die ihr unter anderem im TOP HAIR Magazin sehen könnt. Das große Finale ist ein ultimativ einzigartiger Messestand auf der TOP HAIR Messe in Düsseldorf. Außerdem stecken wir mitten in den Planungen für ein ganz neues Produkt, aber das ist noch geheim.

Weitere Infos zu L’IMAGE:

L’IMAGE Webseite: www.limage.de
L’IMAGE auf Facebook: www.facebook.com/limage.gmbh
Artikel: Berufschulwettbewerb Friseur-Azubis



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