Friseur berät Kundin

6 einfache Tipps, um Deine Kundenberatung im Friseursalon zu verbessern

Bessere Beratung ist der erste Schritt hin zu zufriedenen Kunden

Jeder kennt die Situation im Kundengespräch: die Kundin hätte gerne den gleichen Schnitt und Style eines angesagten weiblichen Stars. Leider ist das gar nicht ihr Stil, unvorteilhaft für ihre Gesichtszüge und ihre Haartextur ist dafür gar nicht gemacht. Hier kommt nun Dein persönliches Beratungsgeschick ins Spiel.

Dein Grundsatz für jedes Beratungsgespräch sollte sein „Halte es kurz und einfach“. Zeige Deine Expertise und schaffe Vertrauen in Dein Urteilsvermögen als Friseurin oder Friseur. Dein kreativer Geist nimmt die Kundin oder den Kunden schon wahr, wenn sie den Salon betritt. Du siehst bereits was geht und was nicht geht. Bevor Du mit der Beratung beginnst, gehe mit der Kundschaft auf Augenhöhe: nimm Dir auch einen Stuhl und setze Dich immer zu Deinen Kunden. Das schafft Vertrauen. Das Gespräch hinter dem Stuhl stehend über das Spiegelbild zu führen, hingegen schafft Distanz.

Offene Fragen entlocken den Kunden die Wünschen und Vorstellungen und Du solltest aufmerksam zuhören und beobachten. „Was haben Sie sich vorgestellt?“ „Was gefällt ihnen/gefällt Ihnen nicht an Ihren Haaren?“ „Welche Idee haben Sie für die Farbe?“ Mit den Antworten und allen weiteren wichtigen Faktoren kannst Du dann Deine Ideen, Methode und auch Alternativen vorschlagen. Im professionellen Dialog mit den Kunden kreiert Ihr so gemeinsam den neuen Look.

Denke während des Gesprächs auch an diese 6 wichtigen Ratschläge:

  1. Bestandsaufnahme

Die Haare der Kunden sind Dein Werkstoff. Du erfasst die Haartextur, die Dichte des Haares und die Naturhaarfarbe. Dann ist es wichtig zu erfahren, welchen Umwelteinflüssen das Haar ausgesetzt ist. Ist die Kundin oder der Kunde gestresst, welche Produkte werden verwendet, wie wurde bereits coloriert, wie oft wird das Haar geföhnt oder geglättet oder haben eventuell sogar Medikamente einen Einfluss auf die Haare?

Und nicht zu vergessen: das Alter. Im Alter verändert sich die Textur, Dichte und Farbe des Haares. Gerade Frauen erleben viele Veränderungen der Haare: Pubertät, Geburt eines Kindes und oft auch durch die Wechseljahre.

Zum Schluss fügst Du noch die äußeren Merkmale wie Augenfarbe, Hautton, Gesichtsform zu Deinem Bild vom passenden Look hinzu.

  1. Haarfarbe und Haartextur

Hellere Haare werden schneller und einfacher noch heller. Die Transformation der Haare zum gewünschten leuchtenden Blond ist einfacher. Dunkelhaarige Menschen haben eine höhere Konzentration von rot und orange im Haar. Darum „ziehen“ sie Rottöne beim colorieren oder das Haar wird einfach nicht blond, sondern nur „blorange“. Damit dunkle Haare erfolgreich blond werden, wird es auf dem Weg dahin in jedem Fall erheblich strapaziert werden. Feine Haare werden in der Regel auch schneller hell als dicke Haare, kämpfen aber von vornherein meist mit weniger dichtem Haar und geringem Volumen. In dicken und dichten Haaren halten dagegen Locken nicht so gut.

Du erfasst alle oben genannten Faktoren möglichst schnell und kannst so den geeigneten Schnitt, Farbe und Styling vorschlagen. Natürlich gibt es unzählige Hilfsmittel und Produkte, um die Haare der Kunden zu verändern. Hier gilt aber immer: weniger ist mehr.

Wenn Du mehr als 15 Minuten für die Beratung benötigst, ist ein unzufriedener Kunde fast vorprogrammiert. Das Vertrauen in Deine Expertise solltest Du im Gespräch so schnell wie möglich etablieren. Wenn Du im Kundengespräch zu lange brauchst, um gemeinsam eine Vision für den neuen Look zu entwerfen, erzeugst Du Zweifel bei den Kunden und diese sind nicht ehrlich überzeugt.

  1. Frauen über 40

Ab einem gewissen Alter können lange, ungestufte Haare das Gesicht unvorteilhaft in die Länge ziehen. Das Haar wird mit dem Alter dünner und die Länge zieht es noch zusätzlich nach unten. Ein mittellanger Bob oder ein Long Bob sind passender. Arbeite ein paar Stufen ein, die die Gesichtskontur umspielen. Gib dem Haar Textur und eine kräftige Farbe mit dezenten Highlights, die die Linie des Schnitts akzentuieren.

  1. Das Gesicht öffnen

Damit das Gesicht offener wirkt, solltest Du die Wangenknochen betonen. Es kann ein eher kürzere Haarschnitt mit längeren Partien obenauf sein. Die längeren Strähnen können locker hinter das Ohr gesteckt werden. So hat der Schnitt mehr Schwung, was essentiell für einen jugendlich, frischen Look ist. Gerade bei älteren Frauen sollte es aber nicht zu kurz oder abgeschnitten wirken. Zu kurz wirkt älter, betont die Falten und die langsam schwindende Spannkraft der Haut. Schaffe sanfte Linien und keine scharfen Kanten. Genauso können sanfte Farbübergänge wie Balayage, die längeren Partien schön zur Geltung bringen.

  1. Pony statt Botox

Die ersten feinen Fältchen verstecken sich unter einem lockeren Pony. Die Augen werden umspielt und die Aufmerksamkeit auf die Wangenknochen gerichtet. Ein Pony gibt einem alten Schnitt ganz einfach einen neuen Look. Achte auf weiche Übergänge und vermeide harte, scharfe Schnitte.

  1. Farbe gewinnt

Brünette Damen sollten nie mehr als eine Nuance heller werden. Ist Deine Kundin blond, versuche es mit einer Nuance dunkler. Brünette werden eher caramell, Blondinen eher golden. Natürlich gilt auch für Strähnchen: sparsam damit umgehen. Ein komplett durchgesträhnter Kopf lässt unter Umständen älter aussehen und zu aufregende Farben und Kontraste können leicht mit dem Hautton in Konflikt stehen. Ergraute Kunden bleiben am besten dunkler oder nahe an ihrer ursprünglichen natürlichen Haarfarbe. Sollte Deine Kundschaft heller werden wollen, versuche es mit lebendigen Licht und Schatten Effekten. Zu dunkel lässt blass aussehen und zu hell wirkt schnell verwaschen.

Mit den Tipps im Hinterkopf kannst Du nun sofort die erste Kundin oder Kunden glücklich machen!

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