Friseurmeisterin Birgit Ramin

10 Fragen an Birgit Ramin

Birgit Ramin über den Beruf des Friseurs

Birgit Ramin ist Friseurmeisterin und führt einen Damen- und Herrensalon in Emden. In diesem Interview teilt Sie mit uns Ihre Meinung und Erfahrung zu den Themen: Entwicklung des Friseurberufs, Friseurnachwuchs, Friseurpersonal, Mindestlohn und Herausforderungen der Friseurbranche…

1. Stelle Dich und Deinen Salon bitte kurz vor

Ich bin seit 30 Jahren Friseurmeisterin, selbstständig mit 4 Teilzeitkräften und 1 Auszubildenden. Wir bieten jede übliche Friseurdienstleistung, Barberwellness… Perücken /Haarersatz… und Hausbesuche zusätzlich.

2. Was macht den Friseurberuf so besonders und wieso ist es ein toller Ausbildungsberuf?

Die vielen Verwandlungsmöglichkeiten… Farbspielereien…. Einsatz der verschiedenen Schneidetechniken… die tollen kreativen Hochsteck und Flechtfrisuren… 1plus

3. Bildest Du in Deinem Friseurbetrieb aus? Welche Eigenschaften sollte ein zukünftiger Friseurlehrling mitbringen?

Ja, ich bilde aus, ich erwarte Neugierde… Aufmerksamkeit… die Fähigkeit zuzuhören um zu lernen und auch umzusetzen. Weniger ICH+ die Freizeit.

4. Können junge Berufsanfänger diesen Ansprüchen heute gerecht werden oder woran fehlt es dem angehenden Friseurnachwuchs?

Nein… sie sind größtenteils fern der Realität. Selber möchten sie auch kein Geld für den Friseur ausgeben… aber wollen dicke Kohle haben. Sie haben nicht gelernt… für andere zu denken und zu handeln.

5. Insgesamt beklagt die Friseurbranche ein Nachwuchsproblem und Schwierigkeiten geeignetes Personal zu finden. Wie löst Du dieses Problem in Deinen Friseursalons?

Meine Feststellung… nichts schleifen lassen… ständige Gespräche… immer wieder fordern und anstacheln… Lächeln und Schulterklopfen.

6. Welchen drei Faktoren sind für Dich die wichtigsten für ein erfolgreich funktionierendes Friseurunternehmen?

Gut ausgebildete Friseure, richtige Preiskalkulation, Service (Onlinebuchung, EC Kreditkartenzahlung)

7. Wie ist Deine Meinung zum Thema Mindestlohn? Fluch oder Segen?

Ist gerechtfertigt. Im Gegenteil finde ich, dass es mehr umsatzorientiert sein müsste… Mehr nicht weniger.

8. Wie hat sich die Branche und der Beruf seit Deinem Einstieg in dieser Zeit verändert?

Kunden sind „kniggeriger“ geworden, der Friseur hat Drogerien als Starke Konkurrenten bekommen… Friseure untereinander sind netter freundlicher geworden. Die Nase sitzt nicht mehr so weit oben. Leider sind die Friseurmeisterschaften durch den Kommerz in Düsseldorf nicht mehr so nah an unseren Beruf geknüpft. Die Auszubildenden haben zu viele Rechte bekommen. Ich persönlich finde… sie sollten für Ihre gute Ausbildung bezahlen!

9. Welchen Herausforderungen muss sich die Friseurbranche zukünftig stellen und wie können diese vielleicht gemeistert werden?

Starke Fachliche Kompetenz ist gefordert. Sowie kaum Wartezeit für Kunden. Gleichzeitig muss eine Preissteigerung stattfinden. Das Ansehen des Friseurberufes muss steigen… damit die Preise umgesetzt werden können. Exklusivität. Spezialisierungen.

10. Und zum Abschluss noch noch eine Anekdote: Was war bisher das Schönste/Aufregendste/Bemerkenswerteste, das Dir im Friseurberuf passiert ist?

Eine „stinkpiesige“ Kundin musste einen halblangen Bob (1984) gefönt haben (40 min fönen in dem warmen Salon). Sie fragt, ob nicht ein anderer da wäre, der das fönen könnte, da sie mir das nicht zutraute, ließ sich notgedrungen doch dazu herab. Ich ließ waschen und fönte. Jedes Gespräch wurde von ihr im Keim erstickt. Sie schaute mürrisch in den Spiegel (da gab es nichts zu meckern). Sie sagte hmm ob das hält naja… bezahlte 25.50 DM und ging ohne Trinkgeld und Auf Wiedersehen. Das Sie mich überhaupt nicht mochte war von Anfang an klar. Eine Woche später kam sie freudestrahlend auf mich zu. Bedankte sich und bat dann um einen Termin zum Föhnen aber nur bei mir… und gab mir 5 DM Trinkgeld. Sympathie hatten wir nach wie vor nicht, aber ich föhnte wie auch vorher… sie hat sich dann sehr freundlich verabschiedet, Urlaub war zu Ende !

Möchtest Du noch etwas loswerden?

Wieso dürfen Menschen Haare schneiden … schimpfen sich dann Hairstylist und sind auch noch nicht mal anerkannt ausgebildet. Sondern nur beigebracht. Wieso wird nicht kontrolliert, ob ein Friseurmeister wirklich im Salon steht und arbeitet. Und kann gekauft werden. Warum wird nicht das Berufsgrundbildungsjahr eingeführt. Es entlastet die Friseurbetriebe und die Auszubildenden werden sofort gut eingesetzt. Ist für Uns die beste Alternative auszubilden. Die Streu ist dann schon vom Weizen getrennt. Weniger Personalkosten . Alles schulische kann da schon durchgekaut werden. Ich habe eines das 1. Mitgemacht und wurde im 2. AUSBILDUNGSJAHR komplett eingesetzt.

Weitere Infos zu Birgit Ramin:

Friseur Ramin Webseite: www.friseur-ramin-emden.de



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